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Weichenstellung Kohlekonsens: Kohlevorräte ermöglichen den Erhalt des Hambacher Waldes und aller noch bedrohten Dörfer
Zitatschlüssel oei_weichenstellung_2019
Autor Oei, Pao-Yu and Rieve, Catharina and Von Hirschhausen, Christian and Kemfert, Claudia
Jahr 2019
ISSN 1614-6921
Adresse Berlin
Journal DIW Berlin - Politikberatung kompakt
Nummer 131
Institution DIW Berlin
Zusammenfassung Diese Studie untersucht inwiefern eine Anpassung der Fahrweise der Tagebaue Garzweiler II und Hambach möglich ist, die den Weiterbetrieb der drei BOA-Blöcke an den Standorten Neu-rath und Niederaußem erlaubt und zugleich die Zerstörung des Hambacher Waldes und wei-terer noch bewohnter Ortschaften verhindert. Die Braunkohleförderung in den Tagebauen Garzweiler II und Hambach betrug im Jahr 2017 ungefähr 70 Millionen t. In den nächsten Jahren wird die Nachfrage aber deutlich zurückge-hen. Gründe hierfür sind die Braunkohlesicherheitsbereitschaft, die zu einer Nachfragereduk-tion von 10 Millionen t führt, sowie zusätzliche Maßnahmen zur Erreichung des 40%-Klima-schutzziels. Die von der sogenannten „Kohlekommission“ diskutierte Stilllegung von älteren Blöcken mit einer Leistung von 3,6 GW an den Standorten Niederaußem und Neurath führt ab dem Jahr 2022 zu einer jährlichen Einsparung von 28 Millionen t. Eine Reduktion der Brikett-produktion stellt weitere mögliche Einsparungen dar. Hierdurch reduziert sich der jährliche Bedarf für die Tagebaue Garzweiler II und Hambach spätestens ab dem Jahr 2022 um ungefähr 40 Millionen t bzw. um 60%. Für einen Weiterbetrieb des Kohlereviers bis zum Jahr 2035 wer-den somit insgesamt noch ungefähr 600 Millionen t Braunkohle benötigt. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Verzicht auf Rodungen im Hambacher Wald und den Erhalt der Dörfer Morschenich und Manheim noch 477 Millionen t Braunkohle im Tagebau Hambach förderbar sind. Im Tagebau Garzweiler II verbleiben bei Erhalt der Dörfer Keyenberg, Kuckum, Berverath, Oberwestrich und Unterwestrich sowie des Eggerather Hofes und des Roitzerhof noch 338 Millionen t Kohle. Für das Gesamtsystem sind somit zum 1. Januar 2019 noch Koh-lereserven von 815 Millionen t verfügbar. Dies überschreitet die bis 2035 noch benötigten Mengen deutlich und zeigt daher, dass der Hambacher Wald als auch die bedrohten Dörfer erhalten bleiben können. Dieser Überschuss ermöglicht den in den Berechnungen angenom-men gesetzlichen Mindestabstand von 400 m zu bewohnten Gebäuden deutlich zu erhöhen. Unabhängig von den politischen Entscheidungen ist eine schnelle Umsetzung der Tagebauan-passungen zu empfehlen, da hierdurch Planungssicherheit für alle Betroffenen geschaffen wird und die Anpassung der Rekultivierungspläne und damit einhergehende Genehmigungs-verfahren mehrere Jahre in Anspruch nehmen werden.
Link zur Publikation [1] Download Bibtex Eintrag [2]
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